Die heutige gesellschaftliche Entwicklung erfordert neue Betreuungsmodelle für Kinder im Vorschul- aber auch im Schulalter. Der Alltag zeigt: Nicht immer wissen Eltern, wonach sie suchen oder Betreuer*Innen, was genau sie anbieten. Den unterschiedlichen Bedürfnissen in der Kinderbetreuung steht eine Vielfalt von Betreuungsmodellen gegenüber. Wir empfinden diese Vielfalt als bereichernd und wichtig. Unser Anliegen ist es, das Profil der Nanny zu schärfen, damit sie sich in ihrem Beruf findet und die Eltern wissen, mit wem sie es zu tun haben.

Das SRF fragte mich, was ‚unsere Anliegen‘ seien und was sich verändern müsse. Wir möchten mehr Anerkennung und Wertschätzung für unsere Arbeit. Dies wären unter anderem rechtlich korrekten Arbeitsverträgen und fairen Lohn. Um als Nanny zu arbeiten braucht es nicht nur Freude an Kindern und Flexibilität, sondern es braucht auch:

  • Pädagogisches Wissen
  • Wissen zu Hygiene und Pflege
  • Wissen zu Ernährungsfragen
  • Wissen zu den verschiedenen Entwicklungsstufen vom Säugling bis zum Teenager
  • gute Kommunikationsfähigkeit
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Selbständigkeit
  • Empathie für die Eltern und ihre Situation
  • Diskretion

Je nach Familiensituation, z.B. bei Kindern mit besonderen Bedürfnissen, wie Autismus, ADHS, Trisomie 21, aber auch mit körperlichen Einschränkungen, braucht es spezifische Fähigkeiten. Daher sind Möglichkeiten für Weiterbildungen in unserem Beruf ein MUSS. Es gibt viele Angebote - oft sind es die gleichen wie für Eltern - doch die Nanny hat kaum die nötige Zeit und noch weniger das Geld, um diese wahrzunehmen. Wir sollten uns als Nannys/Mannys nicht damit begnügen, dass es schwierig ist, daran etwas zu ändern. Bauern, Pharmaindustrie, Ärzte, Rüstungsindustrie etc. haben eine Lobby, die in der Politik mitmischt. Wer steht hinter diesen Lobbys? Menschen wie du und ich, nur es sind eben Bauern, Pharmazeutiker, Ärzte etc. Wenn wir wollen, dass unsere Themen in der Politik und in der Öffentlichkeit Gehör finden, so müssen wir uns dafür einsetzen. Dazu braucht es viele Stimmen.

Am Nanny-Kongress haben wir gehört, dass die Schweiz nur 0,2% des Bruttoinlandprodukts in den Frühbereich investiert – und somit im OECD-Vergleich auf einer schlechten Position steht – Norwegen z.B. investiert 2,1 Prozent. Sollte uns das nicht nachdenklich machen? Es lässt sich etwas tun. Wir können uns zusammenschliessen. Was haben wir für Ideen? Denkt daran: Viele Politiker sind selbst Eltern, sie müssen bis heute mit der grossen Überforderung Familie-Beruf-Politik klarkommen. Wir sollten diese Politiker zu unseren Verbündeten machen. Wir sollten die Gewerkschaften für uns entdecken. Innerhalb des VPOD haben sich Care Migration ‚Respekt‘, Kitas ‚Trotzphase‘ und Tagesfamilienverbände organisiert. Und wir? Tun wir es ihnen gleich! Dann können wir uns alle gemeinsam für die Gleichstellung unseres Berufes mit anderen Berufen einsetzen.

Wir sind alles Nannys die mehr Annerkennung und Wertschätzung für unsere Arbeit fordern  am Dialog der Kinderbetreuung. Im Kontakt untereinander unterstützen wir uns gegenseitig bei Fragen aus unsere Nanny-Alltag.

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 Wir wünschen allen Nannys ein gutes 2020 mit vielen tollen Erfahrungen bei der Arbeit.