Liebe Nanny

Die Erfahrungen, die ein Kind während der Corona-Krise gemacht hat, sind sicherlich sehr individuell. Was alle Kinder gemeinsam haben, bei denen Ihr die letzten Wochen nicht mehr hüten konntet, ist: Sie haben eine soziale Isolation erlebt., denn der Kontakt zu dir als wichtige Betreuungsperson ist unvermittelt weggefallen. Vielleicht haben deine Kinder erlebt, wie Eltern selbst sehr unsicher, gestresst, gereizter oder gar panisch reagiert haben. Sie haben eventuell Menschen in Schutzkleidung, mit einem Mundschutz oder Handschuhen erlebt. Gut möglich, dass die Gesamtsituation auf Kinder sehr bedrohlich gewirkt hat. Hier ein paar Tipps für die Rückkehr in die Familie:

 1. Reagiert achtsam auf die Kinder
- ungewöhnliche Verhaltensweisen
- behaltet im Hinterkopf: die letzen Wochen waren für Kinder herausfordernd

2. Wiederaufbau der Beziehung zu den Kindern
Beachtet, dass die Kinder euch über Wochen nicht gesehen haben. Für Kinder ist das eine lange Zeit. Da kann es notwendig sein, dass ihr euch erst wieder besser kennenlernen müsst. Ihr wisst selbst am besten, für welche Kinder ein behutsamer Einstieg sinnvoll ist. Nehmt mit diesen Eltern Kontakt auf und besprecht, was, wie möglich bst.

3. Ängste der Kinder ernstnehmen
Das Kind braucht jetzt vor allem
- euer Anwesend sein
- Empathie
- lasse dich auf die Bedürfnisse der Kinder ein
- biete ihnenein offenes Ohr
- biete ihnen eine gute Beziehung zu dir an

4. Sprecht über die Erlebnisse der vergangenen Wochen
Nonverbal drücken Kinder manchmal eher aus, was sie bewegt oder belastet. Nutzt daher neben der Sprache  auch andere Ausdrucks-formen, wie z.B. Malen, Singen, Tanzen, kreatives Gestalten, Rollenspiele usw.

5. Verzichte auf übertriebenen Aktionismus oder Ignoranz
Egal, ob du bei deinen Kindern die Belastung wahrnimmst oder ob wie sie sich dir gegenüber wie zuvor verhalten, überlass es den Kindern, ob und wie sie ihre Erlebnisse ansprechen wollen. Mach dort weiter, wo du aufgehört hast.

6. Nutzt die nächsten Wochen für die Ressourcenarbeit
Jedes Kind trägt positive Ressourcen in sich. Mach diese den Kindern bewusst. So kannst du ihnen dabei helfen, mit den herausfordernden Situationen des Lebens kompetent umzugehen und sich selbst auszubalancieren. Achtet dabei auf eine wertschätzende Sprache.

7. Stärkt die Freundschaften der Kinder
Soziale Beziehungen sind für uns Menschen enorm wichtig. Diese sind in der Corona-Krise sehr eingeschränkt worden. Nutze deshalb die ersten Wochen, um die sozialen Beziehungen der Kinder untereinander wieder zu stärken. Zeichnungen, Briefe oder auch Telefongespräche können die unterbrochenen Kontakte wieder aufleben lassen.

8. Wenn du Hilfe brauchst
 Verhält sich ein Kind sehr auffällig? Fühlst du dich überfordert?
    - Macht Notizen über die Beobachtungen
    - besprich diese mit den Eltern
    - überlegt gemeinsam, wo Ihr Hilfe bekommen könnt z.B. Elternberatung, Kinderspsychologe usw.

9. Empfehlungen
Gehörst du in die Risikogruppe oder haben die Eltern Bedenken, wenn du mit der Arbeit anfängst? Kibe Suisse hat  ein Muster-Schutzkonzept als Empfehlung für Tagesfamilien aufgeschaltet. Diese könnte dir eine Basis im Gespräch mit den Eltern dienen; 

(Quelle: Praxiis Kita)
Ergänzt durch ein Team des GFZ Zürich
Überarbeitet: Szasa Schaefer