Verwendung der Vorlage

Die Mustervorlage des NannyVereins ist als Hilfsmittel für die Vertragsverhandlungen und die Regelung der wichtigsten Rechte und Pflichten beider Vertragsparteien gedacht. Sie stützt sich auf das Obligationenrecht (OR) und die allgemeine Usanz*. Die Nannyvermittlungen stellen den Eltern meist auch Vorlagen zur Verfügung. Diese können in gewissen Punkten von diesem Mustervertrag abweichen, wenn das Gesetz einen Verhandlungsspielraum zulässt.

Persönliche Absicherung
Wenn die Mustervorlage abgeändert wird, empfiehlt es sich, den angepassten Arbeitsvertrag durch eine „neutrale“ Fachperson (HR-Fachfrau, Rechtsdienst, Fachstelle) überprüfen zu lassen. Ansonsten riskierst du einen Nachteil, wenn z.B. gesetzlich bindend vorgeschriebene Ansprüche verletzt werden oder, wenn die Versicherungsdeckung im Schadensfall nicht gegeben ist oder die Sozialversicherungsabgaben nicht wie von Gesetzes wegen vorgeschrieben abgerechnet werden. Eine fehlende Versicherungsdeckung bei Unfall oder Krankheit oder fehlende Beiträge in der beruflichen Altersvorsorge können daraus resultieren.

Arbeitsvertrag für Anstellungen im Stundenlohn
Wir empfehlen zum Schutz der Arbeitnehmerin grundsätzlich den Monatslohn. Insbesondere dann, wenn weder die Mindestarbeitszeit noch die Einsatztage (Wochentage) verbindlich im Vertrag festgelegt sind. Wir verweisen hier auf die Wegleitung, welche klar umschreibt, unter welchen Bedingungen ein solcher Vertrag überhaupt zulässig ist. Wenn die geforderte „Unregelmässigkeit“ der Arbeitszeiten gegeben ist, kann die Mustervorlage entsprechend angepasst werden. Dabei gilt es alle in der Wegleitung erwähnten relevanten Punkte zu beachten und dieselbe im Vertrag entsprechen festzuhalten (z.B. Ferienentschädigung).

 ->*Usanz: Bei Anstellungen von Kinderbetreuerinnen allgemein üblich und verbreitet.



1. Beginn Arbeitsverhältnisses     
Damit ist der erste offizielle Arbeitstag gemeint, an dem die Kinderbetreuerin ihre Aufgabe selbständig übernimmt.

Im Vorfeld sollte eine Eingewöhnungszeit stattfinden. Ein Eingewöhnungsplan, den beide Parteien unterschreiben ist hier ein gutes Hilfsmittel. Der Nannyverein hat für seine Mitglieder einen solchen Plan aufgesetzt. Natürlich kann er den jeweiligen Bedürfnissen angepasst werden. Die Zeiten und Tage stimmen hier nicht mit den späteren Betreuungstagen überein. Da die Betreuerin andere Aufgaben zurückstellen und sich intensiv dem neuen Kind und der neuen Situation widmen muss, gilt diese Zeit als normale Arbeitszeit. Ein solcher Eingewöhnungsplan sollte von beiden Seiten unterschrieben werden und er dient später als Basis für die Entlohnung. Es ist Usanz den Stundenaufwand im normalen Stundenlohn zu verrechnen.

 

2. Der Aufgabenbereich

Hier könnte ein Verweis auf die Stellenbeschreibung erfolgen. Diese sollte ein Ausstellungsdatum enthalten, das im Vertrag erwähnt wird. Bei Erstellung einer neuen Stellenbeschreibung kann das Datum im Vertrag angepasst werden und beide Parteien unterzeichnen daneben.

Die Arbeitnehmerin wird als Kinderbetreuerin eingestellt. Ihr Aufgabenbereich umfasst die Kinderbetreuung gemäss Vorgaben der Arbeitgeberin und gemäss separater Stellenbeschreibung vom ………………., die fester Bestandteil dieses Vertrages ist.

Als Grundlage für die Aufgaben der Arbeitnehmerin dient das Pflichtenheft für Nanny. Gartenarbeit, Putzen oder handwerkliche Aufgaben gehören nicht dazu. Sollen solche Zusatzaufgaben übernommen werden, ist die zeitliche Auslastung durch die Kinder zu prüfen. Die speziellen Arbeitsverhältnisse sollten im Vertrag beschrieben werden.      

 

3. Das Arbeitspensum

42 Stunden entsprechen 100 %. Wird an 4 Tagen jeweils 10,5 Betreuungsstunden geleistet, entspricht dies 100 %.

Eine Definition der vereinbarten Einsatztage, auch gelegentlicher zusätzlich zu leistender  Tage macht Sinn.

Um eine gewisse Flexibilität zu gewährleisten kann diese vertraglich z.B. so festgehalten werden. Das Pensum beträgt 40 %, wobei dieses während vier halben Tagen/Woche (Vormittag oder Nachmittag) geleistet wird. Die vereinbarten Arbeitstage fallen auf Montag, Mittwoch oder Freitag und werden jeweils ein Monat im Voraus auf spätesten Ende des Vormonats zwischen den Parteien abgesprochen.

 

4. Ferien
Hier kann das Datum/die Daten der Ferienabsprache verbindliche festgelegt werden. (jeweils…. z.B. Benennung der Kalender Wochen). Die Arbeitnehmerin hat Anspruch auf 4 Wochen bezahlte Ferien im Jahr, bei unterjährigem Eintritt besteht ein Anspruch pro rata. Arbeitgeberin und Arbeitnehmerin sprechen die Ferienzeiten jeweils bis spätestens Ende des Vorjahres oder im Januar des betreffenden Jahres miteinander ab. Es empfiehlt sich, dass die Arbeitnehmerin proaktiv gegen Ende Jahr das Thema der Ferien anspricht und ihre Wünsche anmeldet.

 

5. Lohn
Wenn ein 13. Monatsgehalt/Prämie zugesichert wurde, muss hier eine Anpassung erfolgen. Sollte die Lohngutschrift auf deinem Konto an einem anderen Tag erfolgen, ist dies hier ebenfalls abzuändern. Der erwähnte Mindestlohn entspricht in etwa einem Arbeitspensum von 35% oder 14 Std./Woche. Der Beitritt zu einer Pensionskasse ist für die Arbeitnehmerin von grosser Bedeutung. 

PDF-Download Wegweiser für den Arbeitsvertrag